Dart Hawk gerefft fahren?

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Malte

Dart Hawk gerefft fahren?

Beitrag von Malte » 06.06.2012, 19:26

Moin moin!

Zunächst vielleicht: es geht nicht um das Fahren auf Regatten, sondern um einfaches, aber sportliches Herumheizen...

Der Hawk hat am Originalgroß ja zwei Reff-Ösen, da reizt natürlich die Möglichkeit, den fahrbaren Bereich etwas nach oben zu erweitern.
Zumal ich in dieser Saison etwa 30kg weniger Gewicht an Bord habe (nein, ich habe nicht abgenommen;)).

Hat von Euch schon jemand 'nen Hawk (oder einen anderen F18er) gerefft gefahren?

Was bringt es? Was muss man beachten?

Vielen Dank für Euer Feedback!

Malte
Zuletzt geändert von Malte am 07.06.2012, 12:52, insgesamt 1-mal geändert.

Martin
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Re: Dart Hawk gerefft fahren

Beitrag von Martin » 07.06.2012, 11:51

Hab ich noch nicht ausprobiert. Neuere Segel haben diese Reffösen auch nicht mehr. So wie ich die bei den alten Hawk- und Tigersegeln in Erinnerung habe, sind die Ösen so unterdimensioniert, dass sie m.E. nur Alibifunktion haben. Außerdem sehe ich Probleme mit dem Einhaken des Segelkopfes. Am Masttophaken? Da ist Basteln angesagt.

Ich hab auch noch nie gehört / gesehen, dass das jemand gemacht hätte, also existieren wohl auch keine Erfahrungsberichte, wie denn die Segeleigenschaften sind.

Malte

Re: Dart Hawk gerefft fahren

Beitrag von Malte » 07.06.2012, 12:51

Hi Martin,

Habe das gestern mal vermessen. Das Vorliek würde gerefft um 70cm kürzer, das Achterliek um 100. Da steht der Baum ganz schön hoch!

Die Ösen machen mir weniger Sorgen als die fehlende Verstärkung des Segels zwischen den Ösen, also quasi des dann entstehenden neuen Unterlieks. Ich mach das einfach mal bei wenig Wind und schaue es mir an.

Zum Einhaken habe ich mir überlegt, den Fallschäkel mit 70cm Dyneema am Segelkopf zu befestigen. Das Einklinken erfolgt dann ganz normal. Das Fall ist entlastet und der Zug vom Vorliek geht über das Dyneema auf den Haken.
Ausklinken wird aber wohl nur nach Umlegen möglich sein, weil die Verdrehung des Segels nicht bis oben hinkommt.

Ich werde mal ein Strippchen fertigmachen und am Wochenende experimentieren.

Danke für den Hinweis auf den Tiger, das hat wohl wirklich schon jemand gemacht:
http://www.sail-world.com/index.cfm?nid=42760

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Re: Dart Hawk gerefft fahren

Beitrag von soenke » 07.06.2012, 13:00

Das sehe ich auch so. Die Reffkauschen müssten auf jeden Fall verstärkt werden, beim Tiger hatten die früher ca. 10mm Durchmesser... das hält nicht. Um das Segel am Massttop einzuhaken würde ich einen Drahtvorläufer oder ein Stück Dyneema mit dem passenden Ring nehmen.

Bei was für Bedingungen willst Du denn segeln gehen? 5,6,7,8 Bft?

Je nach dem wie viel gerefft wird fällt wegen der fehlenden Unterstützung vom Mast durch das Großsegel (Großsegel und Schot wirken wie ein Achterstag) auch das Spisegeln weg.

Sönke
An Land sind wir Freunde... ;-)

Malte

Re: Dart Hawk gerefft fahren?

Beitrag von Malte » 07.06.2012, 19:29

Na, die Kauschen beim Hawk haben schon so 20mm ID. Krafteinleitung ins Segel über je zwei robuste Bänder in eine großflächige Verstärkung.

Ich denke, den Bereich von 5-6 komfortabler und evtl auch schneller segeln zu können als mit Starkwindtrimm, da der deaktivierte und nur noch bremsende obere Teil des Segels wegfällt.

Problem könnte werden, daß das Achterliek nicht mehr über den Fallschäkel am Mast zieht, sondern nur noch über das Vorliekstau...

Grüße
Malte

Martin
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Re: Dart Hawk gerefft fahren?

Beitrag von Martin » 07.06.2012, 22:00

Wenn es so wäre, dass man bei 5-6 gerefft schneller segelt, als unter konsequenter Anwendung der normalen Trimmhilfen, dann hätte sich das schon lange durchgesetzt. Unser Rigg ist darauf optimiert, bis mind. 6 Windstärken ohne Reff auszukommen.

Ich dachte, Du redest von Bereichen weit jenseits von 6. Da könnte ich Deine Ideen nachvollziehen.

Achte mal drauf: auch bei den Dickschiffen wird das Groß in Regatten so gut wie nie gerefft. Das wird seinen Grund haben...

P.S. wenn ich vorhätte mit dem F18 auf "richtige" Langstrecken zu gehen, würd ich mir natürlich auch Gedanken ums Reffen machen. Aber das ist hier nicht beabsichtigt, oder?

Malte

Re: Dart Hawk gerefft fahren?

Beitrag von Malte » 08.06.2012, 12:25

Hmm, ich habe natürlich keine verbindlichen Zahlen für die Windstärken, bei denen wir gesegelt sind, aber bei gefühlten 5-6 hatten wir beim depowern im oberen Teil des Segels kein flaches, sondern ein entgegengesetzt gewölbtes Profil. :)
Das war allerdings noch mit dem krummen Mast mit wenig Mastfall und einer nicht gemessenen und daher vermutlich falschen Mastvorbiegung...

Zum Thema F 18 Regatten: Gibt es überhaupt welche bei 6 Bft und wenn, wie halten sich dort die Crews mit ~135kg Gewicht und normal großer Fock?

Noch 'ne Frage zum Mastfall am Hawk: Gibt es da irgendwelche Information außer "An average forestay strop dimension is 120mm from the shackle to the eye of the forestay"?
Um wieviel würde man das verlängern, wenn es richtig hackt?!

Grüße
Malte

Malte

Re: Dart Hawk gerefft fahren?

Beitrag von Malte » 11.06.2012, 16:41

So, einen "Trocken"-test haben wir am Wochenende gemacht.
Dyneema-Verlängerung der Kausch im Kopfbrett funktioniert. Die Reffung (70cm) ist allerdings von unten betrachtet winzig.
Fall ziehen, und den Mast zum Aushaken drehen funktioniert nicht, das Aushaken geht nur mit Umlegen. Nichts was man bei Sturm unbedingt machen möchte.
Cunningham, Unterliekstrecker und Großschot funktionieren. Mit dem 30cm höher sitzendem Schothorn (s.o.) ist die Optik aber schon gewöhnungsbedürftig.

Aus Westen zog es arg dunkel auf und wir wollten eh nicht mehr aufs Wasser, da habe ich mir das korrekte Befestigen der "Rolle" gespart. Mit Kausch in der Mitte des Segels wäre es auf jeden Fell deutlich einfacher...

Fazit: geht wohl, muß aber nicht :)

Grüße
Malte

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Re: Dart Hawk gerefft fahren?

Beitrag von soenke » 11.06.2012, 22:06

Meine krasseste Regatta war die WM in Belgien. Da sind wir angeblich bei über 30 Knoten Wind um den Kurs gejagt worden. Normal war das aber nicht. Bis 25 Knoten kann man als eingespieltes Team einigermaßen vernünftig segeln, finde ich. Mit 130kg Gewicht ist die Grenze halt früher erreicht. Wann muss man ausprobieren... ;-)
Sönke
An Land sind wir Freunde... ;-)

axel

Re: Dart Hawk gerefft fahren?

Beitrag von axel » 16.07.2012, 21:47

Hallo zusammen,

ich experimentiere gerade auch mit einer Reffmöglichkeit für meinen Nacra Inter 18 (wegen langstreckentauglichkeit und alleine segeln). Habe mir entsprechende Ösen und Verstärkungen ins Segel machen lassen. Einhängen und Fahren funktioniert Prima. Nur das Aushängen klappt nicht. Habe oben als Verlängerung den Keder von einem alten Segel angehängt. Wenn da jemand eine taugliche Idee hätte ... Hat das schon mal jemand mit einer Dyneemafall probiert (würde das Handlich sehr erleichtern, aber hält das der Mast?)

Axel

Malte

Re: Dart Hawk gerefft fahren?

Beitrag von Malte » 17.07.2012, 00:31

Hi Axel,
der Cunningham-Zug wäre ja nicht nur auf dem Mast, sondern v.a. auf den Röllchen. Ich denke, die würden das auch
nicht lange mitmachen...

Dein Problem ist dasselbe wie meins, wenn oben kein Segel gegen die Rotation des Mastes arbeitet, dreht sich der Fallschäkel einfach mit...

Man könnte eine kleine Hilfsleine von der obersten Segellatte (am achterlichen Ende) zum Fallschäkel anbringen, die gerade nicht gespannt ist. Dreht man dann den Mast mit gezogenem Fall, vergrößert sich der Abstand der Befestigungspunkte, die Leine wird unter Spannung gesetzt und zieht den Fallschäkel vom Haken!

Soweit die Theorie ;)!

Grüße
Malte

PS zum Haken:
Da mein Segel sich recht schwer aushaken ließ, habe ich mir im Frühjahr den Haken mal genauer angesehen. Er war durch die Benutzung um einiges tiefer geworden, es hatte sich quasi ein U gebildet, in dem der Schäkel geradezu eingerastet ist. Nachdem ich die Öffnung oben mit einer Rundfeile erweitert habe, rastet der Schäkel nicht mehr ein und das Segel lässt sich auch allein bergen. Das war früher absolut undenkbar.

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